Studien zum Qigong

Es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen und Studien zu den Wirkungen von Qigong. Die früheren Studien aus der Volksrepublick China genügen den heutigen wissenschaftlichen Kriterien oft nicht, sind aber inhaltlich sehr interessant (eine Zusammenfassung in deutscher Sprache findet sich bei Jiao, Guorui 2005, S. 29ff). Viele Studien sind auch in englischsprachigen Zeitschriften veröffentlicht worden.
            
Mittlerweile wurden auch einige Studien in Deutschland durchgeführt und veröffentlicht. Der folgende Auszug aus dem Buch: Leitfaden Qigong, herausgegeben von U. Engelhardt, G. Hildenbrand, C. Zumfelde-Hüneburg (2007) liefert einen ersten Überblick. Die Wiedergabe des Auszuges erfolgt mit der freundlichen Genehmigung des Verlages Urban & Fischer:


Grundsätzlich wird häufig über positive und wohltuende Einflussnahme von Qigong auf unterschiedlichste Beschwerden berichtet (Schläpfer, Sandleben, 1997). Innere Ruhe und Gelassenheit sowie ein „Ruhigerwerden" des Atems sind auch bei Anfängern früh zu beobachten. Neben diesen allgemeinen Beobachtungen stellt sich die Frage nach verifizierbaren und messbaren Größen.
            
Physiologische Veränderungen lassen sich mit nicht-invasiven Methoden leicht an Messungen von Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz und Kalorimetrie nachweisen. Wirkungen von Qigong auf verschiedene Krankheitsbilder konnten bisher in verschiedenen Studien nachgewiesen werden.
           

 

 

 

 

Bei der Auswahl der Krankheitsbilder waren maßgebend die Häufigkeit, die Homogenität des Krankheitsbildes sowie leicht erfassbare Zielgrößen. In diesem Zusammenhang möchten wir einen kurzen Überblick geben.
            
 Atemphysiologische und kalorimetrische Untersuchungen haben gezeigt, dass mit der Qigong- Atemtechnik" Tuna" die Atemfrequenz bei gleichzeitiger Steigerung der Atemtiefe deutlich zurückgeht. Dadurch wird die Atmung ökonomisiert, denn der Volumenanteil des funktionellen Totraums nimmt mit zunehmender Atemtiefe ab, während die alveoläre Ventilation zunimmt. Trotz der isometrischen Anspannung der unteren Extremität während der kalorimetrischen Messung kam es bei der Tuna-Übung zu keiner Steigerung der Stoffwechselsituation. Die Probanden haben sich während der Tuna-Übung sehr wohl gefühlt (Zumfelde-Hüneburg, 1994, 1996).
            
Ingrid Reuther wies an 30 Asthma-Patienten nach, dass eine begleitende Therapie mit Qigong den Medikamentenverbrauch und Asthma-relevante Symptome reduzieren kann. Der Peak- Flow konnte gesteigert und die Variabilität des Peak-Flow als Maß für die günstigere Einstellung gesenkt werden. Unterrichtet und geübt wurden die ersten 7 der "15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong" (Reuther, 1997, 1998b; Reuther, Aldrigde, 1998a). Die gleichen Übungen und das gleiche Studiendesign nutzte Elisabeth Friedrichs bei Patienten mit Spannungskopfschmerz und/oder Migräne. Zielgrößen waren die Zahl der Schmerztage, die Schmerzintensität und das Wohlbefinden sowie die subjektive Behinderungseinschätzung. Die Reduktion der Schmerztage und die Besserung der Nebenzielgrößen bei insgesamt 95 Teilnehmern belegt die Wirkungen einer nicht spezifisch auf die Krankheit bezogenen Methode (Friedrichs, 2003a+b, 2004).
            
In einer randomisierten kontrollierten Pilotstudie zur Beurteilung der Wirkung von Qigong auf Bluthochdruck im Vergleich zur westlichen Entspannungsmethode PMR (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) wurden ebenfalls die ersten 7 der "15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong" eingesetzt. Die blutdrucksenkende Wirkung konnte nachgewiesen werden. Regelmäßigkeit und Übungshäufigkeit haben großen Einfluss auf die Effizienz beider hier eingesetzter Methoden (Ritter, 2000, 2001).
            
Anhand dieser drei Pilotstudien kann gezeigt werden, wie wirkungsvoll die eingesetzte Übungsmethode ist, obwohl sie nicht spezifisch für eine der jeweiligen Krankheiten konzipiert wurde. Die drei Krankheitsbilder haben im Sinne der westlichen, aber auch im Sinne der chinesischen Medizin sehr unterschiedliche Erklärungsmuster und reagierten positiv auf die gleiche Übungssequenz. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Qigong-Übungen durch ihre Gesamtregulation die Bedingungen für das Entstehen von Krankheiten grundsätzlich reduzieren. (Quelle: Leitfaden Qigong. Gesundheitsfördernde und therapeutische Übungen der chinesischen Medizin. Hrsg:: U. Engelhardt, G. Hildenbrand, C. Zumfelde-Hüneburg, 2007, S. 66/67)
            
Weitere Studien werden regelmäßig vorgestellt in der Zeitschrift für Qigong Yangscheng. Außerdem finden sich Hinweise auf aktuelle Studien im Newsletter der Internationalen Gesellschaft für chinesiche Medizin e.V.
            

 

 

 

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